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Systematik Innerhalb der Bienen gehören die Hummeln zur Gruppe der Körbchensammler, eine monophyletische Gruppe, zu der unter anderen auch die Honigbienen gehören. Die phylogenetische Struktur innerhalb der Gruppe ist bisher nicht befriedigend geklärt, so lässt sich nach derzeitigem Stand der Forschung nicht sagen, welches die Schwesterngruppe der Hummeln ist. Nahrungssuche und Bestäubung Hummeln gehören neben Bienen und Fliegen zu den wichtigsten Bestäuberinsekten. Ihre Temperaturunempfindlichkeit ermöglicht es Hummeln, weitaus länger als Bienen auf Nahrungssuche zu sein. Hummeln fliegen täglich in bis zu 18 Stunden bis zu 1000 Blüten an, um Nahrung zu suchen, selten mehr als 2 verschiedene Blütenarten je Flug. Einige Pflanzenarten, zum Beispiel Taubnesseln, werden ausschliesslich von langrüsseligen Hummeln bestäubt, während diese den Nektar entnehmen. Sie bestäuben unter anderem auch viele Obstarten. Hummeln fliegen im Gegensatz zu Bienen auch bei schlechtem Wetter Blüten an, um das Überleben ihres Volkes zu sichern, da ihre Nahrungsvorräte kleiner sind als die der Bienen. Sie ernähren sich von Pollen und Nektar, die Arbeiterinnen decken ihren extrem hohen Energiebedarf über Nektar.Die Eigenschaft, auch in feuchten Sommern die Blütenbestäubung zu sichern und die geringe Temperaturempfindlichkeit im Vergleich zu Bienen macht sie besonders in regnerischeren Sommern mit niedrigen Durchschnittstemperaturen zu wichtigen Helfern vieler Pflanzenarten, darunter etliche Obst- und Gemüsearten. Die grosse Anzahl angeflogener Blüten macht das Züchten attraktiv. Es gibt Hummelzüchter, die die Insekten unter anderem an Obstbauern verkaufen. Hierbei werden die Hummeln in einem Karton verschickt, der zwei von einander getrennte Kammern enthält, damit die Hummeln ihren Lebensbereich von Kot frei halten können. „Sammeltechniken“ Der lange Saugrüssel vieler Arten ermöglicht die Nektarsammlung aus tiefkelchigen Pflanzen. Hummeln sind kräftig genug, um geschlossene Blüten zu öffnen. Sie beissen gelegentlich Nebeneingänge in Blütenkelche, um sich den Weg zum Nektar zu ermöglichen. Der Nektar wird im Magen gesammelt und im Nest wieder hochgewürgt. Aus dem Nektar stellen Hummeln mit Hilfe körpereigener Enzyme Honig her, der aber für Menschen wegen der geringen Vorräte nicht interessant ist. Der Honig wird in leeren Brutzellen aufbewahrt. Beim Vibrationssammeln hängt die Hummel an einer Blüte und erzeugt durch Flügelschlagen Vibrationen. Dadurch löst sich Pollen, der die Der Pollentransport geschieht generell an den Hinterbeinen, deren lange Borsten die durch Belecken verklebten Pollenhöschen halten. Verteidigungsverhalten Auch Hummeln können stechen. Hummeln können beissen, doch nur die Arbeiterinnen auch mit ihrem Wehrstachel stechen. Diese verfügen jedoch nur über einen relativ schwach ausgebildeten Stechapparat. Beim Stich wird ein Gift auf das Opfer übertragen. Natürliche Feinde Neben den schmarotzenden Kuckuckshummeln ist die Groe Wollbiene (Anthidium manicatum) für die Hummeln gefährlich. Die Männchen der Großen Wollbiene verteidigen ihr Revier gegen eindringende Bienen und Hummeln, indem sie auf diese zufliegen und kurz vor dem Zusammenprall ihren dornenbewehrten Hinterleib nach vorn krümmen. Dabei werden häufig die Flügel der Angegriffenen zerstört. Die flugunfähigen Insekten verhungern. Wollbienen schädigen einzelne Hummeln, die Nachkommenschaft der Wachsmotte kann ein ganzes Hummelvolk vernichten. Die Wachsmotte fliegt durch Nektar- und Pollenduft angelockt in das Hummelnest und legt dort Eier. Die daraus schlüpfenden Larven fressen die Waben samt enthaltenen Hummeleiern und -larven. Der Nachwuchs der Hummeln bleibt aus und das betroffene Hummelvolk erlischt. Hummelsterben Häufig finden sich unter Spätblühenden Linden, besonders unter Silberlinden, viele tote und sterbende Hummeln. Hummelschutz Landschaftsarchitekten sowie die Landschaftsgärtner sind mitverantwortlich für die Pflanzenvielfalt. Bei den Bepflanzungsplänen ist ein ausgewogenes Verhältnis von früh- und Spätblühenden Pflanzen wichtig. Ebenso ist der durch die Intensivlandwirtschaft bedingte Artenschwund vieler Pflanzen verantwortlich für den Rückgang vieler nicht so anpassungsfähiger Hummelarten. Fütterung als "Erste Hilfe- Massnahme" Wer geschwächte Hummeln auf der Erde entdeckt, kann diese durch Tröpfchenweise verabreichtes Fruchtzuckerwasser stärken. Hierfür bieten sich Pipetten oder Spritzen an, die Hummelfreunde häufig zusammen mit kleinen Mengen an Fruchtzuckerwasser bei sich führen. weitere hilfreiche Massnahmen Oft sind Hummeln aber auch nur starr vor Kälte, dann hilft etwas Anwärmen in der hohlen Hand (Vorsicht: nie drücken, sie sticht sonst!) Nistkästen für Hummeln Neben dem Nahrungsangebot ist vor allem auch der Mangel an geeigneten Nistplätzen ein grosses Problem für Hummeln. Naturbelassene Landschaften werden immer seltener und damit auch verlassene Mäusenester, in denen Hummeln nisten können. In geeigneter Umgebung mit vielfältigem Nahrungsangebot können für Hummeln spezielle Nistkästen aufgestellt werden. Das Hummel-Paradoxon Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass Hummeln nach den Gesetzen der Aerodynamik nicht fliegen könnten, weil das Verhältnis von Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen. (Die Hummel kümmert das nicht und fliegt trotzdem...) Dieses „Hummel-Paradoxon“ wurde erst 1996 aufgelöst, als Charlie Ellington von der Universität Cambridge Versuche zum Insektenflug vornahm. |
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