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Wespe
(Hymenoptera)

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Zu den Wespen gehört eine große Anzahl von Insekten, die zusammen mit Bienen, Hummeln, Ameisen, Blattwespen und anderen die Ordnung der Hautflügler oder Hymenoptera bilden. Bis jetzt kennt man in Mitteleuropa etwa 10 000 Arten, und jedes Jahr werden noch neue entdeckt. Zu den Wespen zählen nicht nur die Arten mit schwarz und gelb gestreiftem Hinterleib, wie die Gemeine Wespe oder die Hornisse, sondern auch solche, deren Weibchen nicht fliegen können.
Ohne Ausnahme stechen bei den Hautflüglern nur die Weibchen. Der Stachel, der ein chemisch kompliziertes Gift injiziert, ist das umgebildete Eierlegorgan.
Wespen können in 3 Gruppen unterteilt werden, in soziale, einzeln lebende und schmarotzende Arten.
Die Gemeine Wespe gehört zu den wenigen sozialen, völkerbildenden Arten in Mitteleuropa. Wie die Honigbiene leben die Gemeinen Wespen in Nestern und bringen Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen hervor. Nur die Königinnen überwintern, nachdem die sich im Herbst gepaart haben. Im Frühjahr kommen sie aus ihren Verstecken hervor uns suchen einen geeigneten Platz für ein Nest. Ein verlassener Mäuseeingang ist dazu hervorragend geeignet. Dann benötigen sie trockenes Holz, wie sie es zum Beispiel an Zaunpfählen finden. Sie beißen Holzfasern ab, die sie zu einem Brei zerkauen. Mit diesem Material – einer Masse, die bald papierartig erhärtet – bauen sie ein Nest aus einigen Zellen, die vom Dach der Nestkammer herunterhängen. In jede Zelle legt die Königin ein Ei. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven werden von der Königin mit klein zerkauten Insekten gefüttert. Etwa 8 Tage nach der Verpuppung schlüpfen Wespenarbeiterinnen – unfruchtbare Weibchen, die kleiner sind als die Königin.
Nun übernehmen diese Arbeiterinnen die Aufgabe, das Nest zu vergrößern und Nahrung für die nächsten Larven herbeizuschaffen. Die Königin legt von jetzt an nur noch Eier. Im August kann ein Nest bereits 2000 Wespen erhalten. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Wespen für den Menschen sehr nützlich, denn die Arbeiterinnen vernichten große Mengen schädlicher Insekten, die sein an die Larven verfüttern. Die Arbeiterinnen dagegen fressen den süßen Speichel, den die Larven absondern. Dann ab Ende August, bauen die Arbeiterinnen größere Zellen; aus den darin abgelegten Eiern entwickeln sich neue Königinnen. Gleichzeitig werden Männchen aufgezogen. Die neuen Königinnen verlassen das Nest und paaren sich mit den Männchen. Dann suchen sie Futter und schließlich einen geeigneten Platz zum Überwintern.
Die Männchen sterben bald nach der Paarung, und der alte Stock beginnt sich aufzulösen. Die Königin stellt ihre Eiablage ein. Die vielen Arbeiterinnen, die keinen süßen Speichel mehr von den Larven bekommen, suchen nun nach anderem süßem Futter. Jetzt können die Wespen für den Menschen zur Plage werden, denn sie fressen von da an süßes Obst, Marmelade und dergleichen.
Alle bei uns in Mitteleuropa verkommenden, in Völkern zusammenlebenden Faltenwespenarten sehen sich sehr ähnlich. Im Frühjahr sieht man häufig besonders große Wespen, die oft fälschlicherweise für Hornissen gehalten werden: Es sind die Königinnen der Gemeinen Wespe.
Einzeln lebende Wespen, die keine großen Völker bilden, sind länger und viel dünner als die sozialen Arten. Viele sind nicht schwarz-gelb, sondern schwarz-rot gefärbt.

Sandwespen leben auf sandigem Heideland. Das Weibchen gräbt im Boden eine Brutkammer. Dann sucht es eine Raupe, sticht sie mit ihrem Stachel an, so dass sie gelähmt ist, und schleppt sie zum Nest. Dort legt sie ein Ei an die Raupe und verschließt von außen den Eingang des Nestes. Die aus dem Ei schlüpfende Sandwespenlarve frisst die gelähmte Raupe auf.
Die Arten der Wegwespen oder Pompiliden haben ähnliche Gewohnheiten, fangen aber statt Raupen Spinnen und graben das Nest erst, nachdem sie ein Opfer erbeutet haben. Pillenwespen, Gattung Eumenes, bauen kleine Töpfe aus Lehm, die sie an einem Ästchen oder Heidekrautzweig befestigen und mit kleineren Räupchen füllen. An die Decke jeder Zelle, die später verschlossen wird, hängen sie ein Ei.
Parasitierende Wespen bauen für ihre Brut kein Nest, sondern legen ihre Eier in geeignete Wirte hinein. Zu den Schlupfwespen oder Ichneumoniden gehört die gelbbraune, etwa 2 cm lange Ophion luteus, die im Sommer nicht selten durch ein offenes Fenster ins erleuchtete Zimmer fliegt. Sie schmarotzt an Raupen von Eulenfaltern. Das Weibchen sucht sich Raupen und legt jeweils ein Ei in eine Raupe. Die aus dem Ei schlüpfende Larve frisst ihren Wirt von innen ais und lässt dessen lebenswichtige Organe bis zuletzt übrig. Wenn die Larve ganz ausgewachsen ist, frisst sie sich aus dem Körper des Wirts heraus und verpuppt sich in einem Kokon. Einige kleinere Arten legen auch mehrere Eier in eine Raupe, aus der dann später eine Anzahl von Wespen hervorkommen. Die vielen Schlupfwespenarten sind ein wichtiger Regulationsfaktor in der Natur. Sie sorgen dafür, dass die Zahl der Eulenfalterraupen weitgehend in Grenzen gehalten wird.
Viele Wespenarten sind Pflanzenschmarotzer und bilden Gallen. Die knolligen Eichen-Schwammgalläpfel werden vom Baum gebildet, wenn die Eichen-Schwammgallwespe ihre Eier unter die Knospen legt. Die Larven, die in der Galle leben und darin fressen, schlüpfen im Juli aus und bilden die zweigeschlechtliche, geflügelte Generation. Nach der Paarung legen die Weibchen Eier an Eichenwurzeln, wo Wurzelgallen entstehen. Aus diesen Eiern schlüpfen Larven, die 16 Monate später als flügellose Weibchen die Gallen verlassen. Sie brauchen sich nicht zu paaren, kriechen den Baum hoch und legen Eier unter die Knospen. Diesen Zyklus kennt man von vielen Gallwespen.
Ein paar Wespen schmarotzen bei sozialen Insekten. Die Ameisenwespen, Mutilliden, deren Weibchen flügellos sind, fressen die Nahrungsvorräte in Hummelnestern. Ihre Eier legen sie in die Brut, die von den ausschlüpfenden Larven gefressen wird. Die oft kräftig rot, blau, grün oder goldenen gefärbten Goldwespen, Chrysididen, sind Schmarotzer bei solitären Bienen und Wespen.


(Paravespula vulgaris)
eigentlich: Gewöhnliche Wespe;

gewöhnliche Wespen sind über weite Gebiete der gesamten Welt verbreitet, wo sie in kleinen Staaten in papierartigen Nestern zusammenleben.

Wespen sind wohl bekannte Insekten, die v.a. durch ihre auffällige schwarzgelbe Zeichnung unverwechselbar sind. Die Querbänderung kann bei den einzelnen Individuen jeweils stark unterschiedlich sein und soll mögliche Feinde auf die Wehrhaftigkeit der Insekten hinweisen. Wespen erreichen Körperlängen von bis zu zwei Zentimetern, wobei die Königinnen wie bei allen sozialen Insekten jeweils die grössten Tiere des Staates sind.

Wespen leben in kleineren Staaten zusammen und errichten Nester, die sie in Mauerspalten oder auf Dachböden anbringen. Die Königin bringt im Sommer Arbeiterinnen hervor, die die Brut mit Futter versorgen. Am Ende des Sommers entstehen männliche Tiere, die zusammen mit den Jungköniginnen ausschwärmen. Die Königin überlebt als Einzige den Winter, alle anderen Wespen sterben.

Systematik

Art aus der Familie der Papierwespen (Vespidae), die zur Unterordnung der Leg- und Stechwespen (Apocrita) zählt und damit zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) gehört.


Art:

Langkopfwespen

Kurzkopfwespen

Feldwespen

Überordnung:

Neuflügler
(Neoptera)

Neuflügler
(Neoptera)

Neuflügler
(Neoptera)

Ordnung:

Hautflügler
(Hymenoptera)

Hautflügler
(Hymenoptera)

Hautflügler
(Hymenoptera)

Unterordnung:

Taillenwespen
(Apocrita)

Taillenwespen
(Apocrita)

Taillenwespen
(Apocrita)

Überfamilie:

Vespoidea

Vespoidea

Vespoidea

Familie:

Faltenwespen
(Vespidae)

Faltenwespen
(Vespidae)

Faltenwespen
(Vespidae)

Unterfamilie:

Echte Wespen
(Vespinae)

Echte Wespen
(Vespinae)

Feldwespen
(Polistinae)


Sytematik

Vespidae
(Faltenwespen)

Apocrita
(Tallienwespen)

Hymenoptera
(Hautflügler)

Neoptera
(Neuflügler)

Vespinae
(Echte Wespen)

Vespoidea
(zählt zu den Stechimmen)

Insekten
(Insekta)

Stammgruppe:

 

 

 

 

 

 

Urmünder
(Protostomia)

Überstamm:

 

 

 

 

 

 

Häutungstiere
(Ecdysozoa)

Stamm:

 

 

 

Gliederfüßler
(Arthropoda)

 

 

Gliederfüßler
(Arthropoda)

Unterstamm:

 

 

Trachteentiere
(Tracheatera)

Trachteentiere
(Tracheatera)

 

 

Trachteentiere
(Tracheatera)

Überklasse:

 

Sechsfüßler
(Hexapoda)

Sechsfüßler
(Hexapoda)

Sechsfüßler
(Hexapoda)

 

 

Sechsfüßler
(Hexapoda)

Klasse:

 

Insekten
(Insecta)

Insekten
(Insecta)

Insekten
(Insecta)

 

 

Insekten
(Insecta)

Unterklasse:

Fluginsekten
(Pterygota)

Fluginsekten
(Pterygota)

Fluginsekten
(Pterygota)

Fluginsekten
(Pterygota)

Fluginsekten
(Pterygota)

 

Fluginsekten
(Pterygota)

Überordnung:

Neuflügler
(Neoptera)

Neuflügler
(Neoptera)

Neuflügler
(Neoptera)

Neuflügler
(Neoptera)

Neuflügler
(Neoptera)

Neuflügler
(Neoptera)

 

Ordnung:

Hautflügler
(Hymenoptera)

 

Hautflügler
(Hymenoptera)

 

Hautflügler
(Hymenoptera)

Hautflügler
(Hymenoptera)

 

Unterordnung:

Taillenwespen
(Apocrita)

 

 

 

 

Taillenwespen
(Apocrita)

 

Überfamilie:

 

 

 

 

Vespoidea

 

 

Familie:

 

 

 

 

Faltenwespen
(Vespidae)

 

 

Unterfamilie:

 

 

 

 

Echte Wespen
(Vespinae)

 

 

Sektion:

Stechimmen
(Aculeata)

 

 

 

 

Stechimmen
(Aculeata)

 


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Letzte Änderung: Montag, 14. Juni 2010